Immobilienfinanzierung – Finanzierungsformen

Die Form der Immobilienfinanzierung entscheidet über die Höhe der Kosten, die mit dem Hauskauf oder dem Hausbau bzw. dem Kauf einer Wohnung oder auch mit deren Renovierung verbunden sind. Das Bankdarlehen und das Bauspardarlehen (der Bausparvertrag) sind besonders hervorzuheben.

Was spricht überhaupt für die Anschaffung einer Immobilie? Nach einer Umfrage des Bauherren-Schutzbundes e.V. und www.bauratgeber-deutschland.de sehen 55% der Befragten den Eigentum einer Immobilie als wichtig für die private Altervorsorge an. Darüber hinaus erwarten immerhin 51% der Befragten eine Verbesserung der Wohnqualität und 43% möchten sich steigende Mietbelastungen ersparen. Als größtes Hindernis sehen immerhin 40% die hohen Baukosten an. Aber achten Sie auf jeden Fall auf eine ausreichende Energieeffizienz, damit Sie nach dem Kauf bei den Nebenkosten keine unangenehme Überraschung erleben.

Beim Hauskauf, Hausbau oder dem Kauf einer Wohnung spielt meist das Bankdarlehen eine große Rolle. Banken und Kreditinstitute verlangen dann meinst einen Eigenanteil (Eigenkapital) an der Haus-Finanzierung bzw. der Finanzierung der Wohnung. Dieser Eigenanteil sollte mindestens 20% betragen. Je höher Ihr Eigenkapital ist, desto niedriger sind die Zinsen, die Sie für das Immobiliendarlehen bezahlen müssen. Darüber hinaus spielt für die Höhe der Zinsen die Zinsbindungsdauer eine Rolle. Die Zinsbindungdauer sollte derzeit mindestens 10 Jahre betragen. Aktuell gibt es Angebote vom Immobiliendarlehen mit 10-jähriger Zinsbindungsdauer, bei denen Sie Zinsen zahlen müssen, die auf einem Zinssatz von weniger als 2,5 Prozent pro Jahr basieren.

Immobilienfinanzierung als Annuitätendarlehen

Meist werden die Immobiliendarlehen als Annuitätendarlehen angeboten, d.h. Sie bezahlen während der Zinsbindungsdauer konstante Raten, die sich aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil zusammensetzen: Pro 100.000 Euro beträgt bei einem Zinssatz von 2,4 % der Zinsanteil demnach im ersten Monat 200 Euro (knapp 2.400 Euro im ersten Jahr), der Rest Ihrer monatlichen Rate entspricht dem Tilgungsanteil. Um die monatlichen Raten gering zu halten, beginnen viele Immobiliendarlehen mit nur 1% Tilgung, also gerade mal gut 1.000 Euro im Jahr (bzw. etwa 85 Euro im Monat) pro 100.000 Euro Darlehenssumme. 285 Euro monatlich (pro 100.000 Euro Darlehen) sind eine geringe Belastung, das ist jedoch sehr gefährlich, denn nach Ablauf der Zinsbindung von 10 Jahren haben Sie dann gerade mal 13% der ursprünglichen Darlehenssumme getilgt. Und wer weiß, wie hoch die Zinsen in 10 Jahren sein werden, die Sie dann für die verbleibenden 87.000 Euro Darlehen (je 100.000 Euro Ursprungsdarlehen) bezahlen müssen?

Eine Alternative dazu bietet der Bausparvertrag bzw. das Bauspardarlehen. Bausparverträge und Bauspardarlehen werden vor allem bei Renovierungen genutzt, sie können jedoch auch zur Immobilienfinanzierung (bzw. Teilfinanzierung von Haus oder Wohnung) sinnvoll sein.

Tausende Immobilen finden Sie unter:

Ein Bauspardarlehen können Sie sogar nutzen, ohne zuvor einen Bausparvertrag abgeschlossen zu haben: Wenn Sie z.B. einen Darlehensbedarf von 30.000 Euro haben, müssen Sie zur Zwischenfinanzierung einen Bausparvertrag mit einer Bausparsumme von 60.000 Euro abschließen. In der Zeit der Zwischenfinanzierung (bis zur Zuteilung des Bausspardarlehens vergehen in diesen Fällen meist bis zu 3 Jahre) zahlen Sie nur die Zinsen (in Abhängigkeit des Zinssatzes etwa 100 bis 120 Euro je 30.000 Euro Darlehensbedarf). Sobald die Zuteilung erfolgt, beginnen Sie mit der Tilgung des Bauspardarlehens. Diese ist oft so gewählt, dass Sie das Darlehen innerhalb von 10 Jahren vollständig tilgen. In diesem Fall müssen Sie mit einer monatlichen Rate von etwa 300 Euro rechnen (pro 30.000 Euro Darlehensbedarf). Es gibt jedoch sehr viele Formen von Bauspardarlehen, so dass Sie auch einen Bausparvertrag mit einer längeren Laufzeit (und damit einer geringeren monatlichen Belastung) abschließen können. Der Vorteil des Bausparvertrags ergibt sich daraus, dass Sie für die gesamte Darlehenszeit die monatliche Belastung von Beginn an kennen; dafür ist der Zinssatz oft höher als beim Bankdarlehen.

Möglicherweise können Sie Ihren Bausparvertrag auch mit Unterstützung von staatlicher Förderung attraktiv gestalten. In Abhängigkeit Ihres Einkommens können Sie eine Wohnungsbauprämie erhalten, die Sie für eigene Einzahlungen auf den Bausparvertrag nutzen können. Die Arbeitnehmer-Sparzulage können Sie dann bekommen, wenn Sie vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers auf dem Bausparvertrag anlegen. Auch Riester-Zulagen sind ggf. nutzbar. Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmer-Sparzulage und Riester-Zulage können so die Finanzierung ergänzen.

Auf jeden Fall sollten Sie die Finanzierungsformen miteinander vergleichen.

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